Mrz

14

2012

Coaching bedeutet nicht Beratung

Abgelegt in Allgemein

Übersetzt man den Begriff Coaching ins Deutsche, erhält man die Erklärungen Betreuung und Training. Zumeist wird das Coaching zusätzlich mit der Beratung in Verbindung gebracht. In allen drei Fällen trifft diese Beschreibung jedoch nicht zu. Insbesondere Beratung sowie Betreuung suggerieren ein eher passives Verständnis. Der Klient begibt sich in die Obhut des Betreuers/Beraters und erwartet eine gewünschte Veränderung.

Das Coaching funktioniert gleichwohl anders. Es ist nicht der Coach, der Ziele definieren und Veränderungen herbeiführen soll, sondern der Coachee (Klient) selbst, der dieses unter Anleitung des Coaches machen soll. Der Coach bietet hierfür lediglich den Rahmen, ansonsten soll er den passiven Part übernehmen und der Coachee den aktiven. „Der Klient ist sein bester Therapeut“, sagte einst Carl Rogers, Begründer des personzentrierten Ansatzes. Das Coaching folgt im Wesentlichen dieser Annahme.


Warum coachen lassen?

Eine durchaus berechtigte Frage, zumal man gerade in unserer männlichen Sozialisation gelernt hat, Probleme selbstbewusst und alleine zu lösen. Die Zuhilfenahme anderer wird nicht selten als Zeichen der Schwäche angesehen. Zudem wird ein Coach häufig mit einem Therapeuten gleichgesetzt. Das Aufsuchen eines selbigen erweckt oftmals den Eindruck, als ob etwas mit einem nicht stimmen würde. Als ob man krank wäre. Doch ist es gerade die Nichtbewältigung von Problemen, die einen krank machen können. Nicht ohne Grund rückt das Krankheitsbild Burnout immer deutlicher in den Fokus der Gesellschaft. Die Anforderungen an die Menschheit sind zweifelsohne gestiegen, insbesondere im Berufsleben. Permanente Überstunden sowie enorme körperliche und/oder seelische Belastungen sind in fast jeder Berufsgruppe zu finden. Warum darf und soll man hierbei nicht die Dienste Helfender in Anspruch nehmen?

Selbst als Coach aktiv werden
Natürlich kann man auch auf der anderen Seite stehen, als Helfender. Diesbezüglich wird der Markt in den letzten Jahren mit Aus- und Weiterbildungen im Bereich des Coaching regelrecht überschwemmt. Hinzu kommt, dass es mittlerweile für fast jeden nur erdenklichen Lebensbereich eine Coachingausbildung gibt.
In den Anfängen wurden Coachingausbildungen vor allem für den unternehmerischen Bereich angeboten. In diesem Kontext konnten sich Manager und Führungskräfte weiterbilden, um mit dem erworbenen Wissen und den Techniken die Motivation der Mitarbeiter sowie das Arbeitsklima zu verbessern. Bis in unsere heutige Zeit ist eine Fülle an weiteren Ausbildungsmöglichkeiten hinzugekommen.
So kann man beispielsweise eine Ausbildung zum Lifecoach absolvieren. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Verbesserung der beruflichen Situation des Coachees, sondern ebenfalls des privaten Lebens. Eine weitere Option ist die Ausbildung zum Gesundheitscoach. Dabei stehen vor allem Fragen nach der eigenen Gesundheit im Zentrum.

In allen Fällen sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der Beruf des Coaches spezielle Anforderungen mit sich bringt, die über das gängige „ich kann gut zuhören“ weit hinausgehen. Es bedarf in diesem Fall gesteigerter Fähigkeiten in den Bereichen Empathie sowie Kommunikation. Diese werden neben vielen anderen natürlich in der jeweiligen Ausbildung geschult, nur sollte man diesbezüglich bereits „von Natur aus“ mit hohen Kompetenzen ausgestattet sein.

Ähnliche Beiträge:

Einen Kommentar dazu schreiben: